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Die Hundehaftpflichtversicherung

Die Hundehaftpflichtversicherung

geschrieben von Vivienne Ebeling am 13.05.2019 um 10:17 Uhr

Jeder, der hier in Niedersachsen einen Hund hat, besitzt eine Hundehaftpflicht und kennt den Begriff. Auch die Hundehalter in Berlin, Hamburg, Sachsen-Anhalt, Schleswig- Holstein und Thüringen müssen diese Versicherung vorweisen. Und es ist zu erwarten, dass auch andere Bundesländer in den nächsten Jahren diese Versicherung zur Pflicht machen. Doch selbst wenn Sie nicht in einem dieser Bundesländer wohnen, ist es gut eine Hundehalterhaftpflichtversicherung zu besitzen. Was genau diese Versicherung leistet und warum sie von so großer Wichtigkeit ist, möchten wir genauer erläutern.

Haftung des Tierhalters:

Jeder Tierhalter muss in Deutschland für Schäden, die sein Tier verursacht, haften. Den hierfür gesetzlich geltenden Paragrafen finden Sie im Bürgerlichen Gesetzbuch:
BGB § 833: Wird durch ein Tier ein Mensch getötet oder der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist derjenige, welcher das Tier hält, verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen. 2Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der Schaden durch ein Haustier verursacht wird, das dem Beruf, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt des Tierhalters zu dienen bestimmt ist, und entweder der Tierhalter bei der Beaufsichtigung des Tieres die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet oder der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden sein würde.
Dies bedeutet, dass Sie für entsprechende Schäden mit Ihrem Gesamten Vermögen, Besitz und (zukünftigem) Einkommen haften. Ebenso ist es nicht relevant ob Sie den Schaden verschuldet haben oder hätten verhindern können. Da bei Tierhaltung eine so genannte Gefährdungshaftung vorliegt, sprich es geht von jedem Tier laut Gesetz ein Gefährdungspotential aus.

Wann leistet die Hundehaftpflichtversicherung?:

Zu den Standard Leistungen einer Hundehaftpflichtversicherung gehören:

Sachschäden: Jeder Hundehalter hat es schon mal erlebt, dass Ihre Hunde Gegenstände zerbeißen oder damit spielen, obwohl sie eigentlich kein Spielzeug sind. Dementsprechend haben Dritte Anspruch auf Schadenersatz.

Personenschäden: Gerade beim Ausführen des Hundes kann es schnell passieren, dass Ihr Hund vor einen Fahrradfahrer läuft und dieser daraufhin stürzt. Sollte er sich dabei verletzen handelt es sich um einen Personenschaden der Sie mehrere Tausend Euro kosten kann.

Vermögensschäden: Diese resultieren meist aus Personenschäden. Sollte die geschädigte bzw. verletze Person hierdurch zum Beispiel einen Verdienstausfall haben, ist man als Hundehalter auch hier zu Schadenersatz verpflichtet.

Sollte es jedoch einmal zu unberechtigten Schadensansprüchen gegen Sie als Hundehalter kommen, so tritt auch hier die Versicherung für Sie ein, um diese abzuwehren. Diese unberechtigten Vorwürfe sind in den letzten Jahren tendenziell steigend.

Wie teuer ist eine Hundehaftpflichtversicherung?

Hierzu kann man keine pauschalen Aussagen treffen, da sich der Preis nachfolgenden Kriterien richtet:

-Alter des Hundes
-Rasse des Hundes
-Welche Leistungen sind in der Versicherung enthalten
-Die Höhe der Deckungssummen bei den einzelnen Schadensarten

Ganz entscheidend ist oft auch, ob Sie als Versicherungsnehmer schon Vorschäden bei einer Hundehaftpflichtversicherung gemeldet hatten. Sollten Sie schon etliche Schäden gemeldet haben so nehmen die Versicherungen oft horrende Preise. Wenn Sie jedoch in einem Bundesland wohnen, wo diese Versicherung Pflicht ist, so haben Sie leider keine andere Wahl als auch diese zu bezahlen. Da Sie ohne diese Versicherung dort schwerwiegende Konsequenzen tragen müssen.

Worauf sollte man beim Abschluss einer Hundehaftpflichtversicherung achten?

Wie bei jeder Versicherung ist es auch hier stets von Vorteil sich mehrere Angebote von verschiedenen Versicherungsgesellschaften einzuholen und diese zu vergleichen. Hier kommt es natürlich immer auf Ihren Lebensstil an, welche Leistungen und welche Höhe abgesichert werden muss. Neben den Standartleistungen sollte auch für Folgendes der Versicherungsschutz bestehen

- Mietsachschäden
- Wenn Dritte Personen Ihren Hund beaufsichtigen
- Das führen ohne Leine
- Bei der Teilnahme an Kursen in einer Hundeschule, beim Agility-Training o.ä.
- Auslandsaufenthalte
- Ungewollter Deckakt

Dies sind die wichtigsten Punkte, welche so ziemlich jeden Hundehalter treffen. Doch wie bereits erwähnt kommt es ganz darauf an, wie das Leben von Ihnen und Ihrem Hund aussieht. Sollten Sie zum Beispiel an Hundeschauen teilnehmen, dann sollte auch hier auf den entsprechenden Versicherungsschutz geachtet werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Hunde egal wie gut sie erzogen sind, nicht immer nach Gehorsam oder Vernunft handeln, sondern eben auch nach Instinkt. Dadurch passieren Unfälle und Schäden, für die der Hund als solches finanziell nicht zur rechenschafft gezogen werden kann, sondern sein Halter. Dementsprechend schützt die Hundehaftpflichtversicherung nicht Ihren Hund, sondern Sie als Halter.

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