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Der sichere Start in das Berufsleben

Der sichere Start in das Berufsleben

geschrieben von Vivienne Ebeling am 06.08.2019 um 13:42 Uhr

Jetzt startet für viele junge Leute der Ernst des Lebens; die Berufsausbildung. Damit verändert sich nicht nur der Alltag, sondern auch das tägliche Risiko. Dementsprechend sollte jeder Auszubildende sich vor Beginn genaustens informieren, welche Versicherungen er nun benötigt, da er aus einigen Versicherungen, in welchen er bis jetzt über die Eltern mitversichert war, herausfällt. Jedoch gibt es auch einige Versicherungen in denen Auszubildende weiterhin mitversichert bleiben. Um nicht mehrfach versichert zu sein und einen ausreichenden Versicherungsschutz zu besitzen, sind im Folgenden die wichtigsten Versicherungen und deren Nutzen für Auszubildende aufgeführt.

Krankenversicherung

In Deutschland ist eine Krankenversicherung Pflicht. Auch wenn man mit der Schule fertig ist. Jedoch ist es so, dass mit Beginn einer Berufsausbildung der Krankenversicherungsschutz über die Eltern erlischt. Prinzipiell steht jedem die Wahl der gesetzlichen Krankenkasse frei, jedoch muss diese innerhalb von 2 Wochen nach Beginn der Berufsausbildung getroffen sein. Andernfalls sucht der Arbeitgeber eine gesetzliche Krankenkasse aus.
Der Beitragssatz für Auszubildende ist bei allen gesetzlichen Krankenkassen identisch und wird zu gleichen Teilen vom Arbeitgeber und Auszubildenden getragen. Sollte der Auszubildende jedoch ein monatliches Einkommen von weniger als 325€ haben, dann ist er sozialversicherungsbefreit und somit führt lediglich der Arbeitgeber die Krankenkassenbeiträge ab. Lediglich die Zusatzbeiträge müssen vom Auszubildenden getragen werden. Die Krankenversicherungen unterscheiden sich in der Höhe der Zusatzbeiträge, Leistungen und Serviceangebote. Daher sollte man sich auch hier genaustens informieren und die verschiedenen Inhalte vergleichen. Hier gibt es keine Standard Empfehlung, da jedes potenzielle Mitglied individuelle Leistungswünsche und Prioritäten setzt. Dementsprechend ist auch hier das beste Preis-Leistungsverhältnis individuell zu bewerten.

Ab dem 25. Lebensjahr müssen Studenten sich freiwillig gesetzlich krankenversichern oder privat krankenversichern. Davor sind Sie noch Mitglied der Familienkrankenversicherung.

Haftpflichtversicherung

Eine Haftpflichtversicherung ist auch für Auszubildende schon wichtig, da laut deutschem Gesetz jeder, der anderen einen Schaden zufügt dazu verpflichtet ist, für diesen auch aufzukommen. Hierbei ist es nicht relevant ob der Schaden vorsätzlich oder fahrlässig verursacht wurde. Haftpflichtschäden können mehrere Millionen Euro umfassen. Zum Beispiel wenn ein Auszubildender in seiner Freizeit zum Supermarkt mit dem Fahrrad fährt und dabei einen Verkehrsunfall mit verletzten Personen verursacht. Sollten Unfallopfer dadurch erwerbsunfähig werden, so muss der Auszubildende für den lebenslangen Verdienstausfall aufkommen.
Im Regelfall sind Kinder bis zum 25. Lebensjahr oder während der Erstausbildung mit bei den Eltern haftpflichtversichert, vorausgesetzt die Kinder sind nicht verheiratet oder leben in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Jedoch ist dies von Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich, daher sollte man sich dies vorher von der Versicherungsgesellschaft schriftlich bestätigen lassen. Sollte man während der Ausbildung oder des Studiums nicht bei den Eltern versichert bleiben können, zum Beispiel weil man ein gewisses Lebensalter überschritten hat oder dies bereits die zweite Berufsausbildung ist, so gibt es verschiedene Studententarife oder Tarife für junge Leute, welche im Regefalls günstiger sind.
Prinzipiell ist darauf zu achten, dass die Versicherungssummen bei Personen-Vermögens- oder Sachschäden ausreichend sind.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Gerade die Berufsunfähigkeit ist eines der meist unterschätzten Risiken bei Auszubildenden. Zumal in Deutschland ca. jeder vierte Arbeitnehmer (Auszubildende eingeschlossen), vor dem Eintritt der Altersrente, berufsunfähig wird. In der Berufsausbildung hat man auf einmal täglich mit ungewohnten Stoffen und Bewegungen zu tun, welche man im Schulalltag nicht hatte. Daher konnte man vorher auch gewisse Allergien und Einschränkungen nicht feststellen. In einigen Fällen entwickeln sich diese auch Erst durch die regelmäßige ungewohnte Bewegung und den Kontakt. So ist das klassische Beispiel im Bäckerwesen die Mehlstauballergie, diese entwickelt sich in den meisten Fällen erst wenn man schon im Berufsleben steht. Sollte einen die Berufsunfähigkeit auf einmal betreffen, so muss man leider sagen, dass hier der Staat keine finanzielle Abhilfe schafft, so lange man noch einen anderen Beruf ausüben könnte, egal in welcher Branche und mit welchem Tätigkeitsfeld. Von staatlicher Seite gibt es zwar die Erwerbsminderungsrente oder Teilerwerbsminderungsrente, diese greift aber nur, wenn man überhaupt keinem Beruf mehr nachgehen kann oder nur noch für einen bestimmten täglichen Zeitraum. Doch gerade als Berufsanfänger ist es nicht so leicht sich auf die Schnelle für einen neuen Berufszweig zu entscheiden, der mit den Einschränkungen machbar ist, beziehungsweise auch einen neuen Ausbildungsplatz zu finden. Arbeitslosengeld bekommt man in der Regel nach Abbruch der Ausbildung auch nicht, da man noch keine 12 Monate in den letzten 2 Jahren in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat. Doch trotz der Berufsunfähigkeit muss man Rechnungen bezahlen und muss von irgendetwas leben. Hier kommt dann die Berufsunfähigkeitsversicherung zum Tragen, wenn man eine abgeschlossen hat.
Es ist von Vorteil, wenn man die Berufsunfähigkeitsversicherung schon vor oder während der Berufsausbildung abschließt, da diese dann meist günstiger ist. Dies resultiert zum einen daraus, dass hier noch günstige Ausbildungstarife gewählt werden können. Zum anderen ist für die Beitragsberechnung das Alter, der Gesundheitszustand und die Laufzeit entscheiden. Wichtig ist hierbei, dass der Vertrag eine Nachversicherungsgarantie beinhaltet, damit man nach der Ausbildung und bei steigendem Gehalt die Berufsunfähigkeitsrente, den Beruf und gegebenenfalls den Status anpassen kann. Dies hat den Vorteil, dass man nach der Ausbildung keine erneute Risikoprüfung durchführen muss.

Vermögenswirksamen Leistungen

Viele Auszubildende wissen nicht, dass auch Ihnen schon vermögenswirksame Leistungen zustehen, sofern der Ausbildungsbetrieb welche zahlt. Dies können Sie bei Ihrem Arbeitgeber oder den Gewerkschaften in Erfahrung bringen. Selbst wenn der Arbeitgeber keine vermögenswirksamen Leistungen zahlt, so ist es trotzdem ratsam vom eigenen Gehalt welche zu bezahlen, da diese vom Bruttogehalt abgezogen werden und man dadurch weniger Abzüge hat. Die vermögenswirksamen Leistungen kann man zum Beispiel in Bausparverträge oder in eine private Altersvorsorge anlegen.

Vorsorge

Es ist immer wichtig für den Fall der Fälle Rücklagen zu bilden, wenn zum Beispiel das Handy oder das Auto einmal kaputt geht. Da es jedoch meist schwierig ist, von der geringen Ausbildungsvergütung noch etwas zur Seite zu legen ist es ratsam hierfür einen Sparplan oder ein Tagesgeldkonto einzurichten. Dies bringt mehr Zinsen als ein Girokonto und ist flexibel in der Ein- und Auszahlung.

Hausratversicherung

Diese wird nur benötigt, wenn man das Elternhaus verlässt und somit einen eigenen Hausrat besitzt. Auch hierbei ist es bei vielen Versicherern möglich sich über die Hausratversicherung der Eltern abzusichern. Hierfür muss ein Zweitwohnsitz angemeldet werden. Wie zuvor schon erwähnt sollte man sich auch hier alles schriftlich von der Versicherung bestätigen lassen.

Rechtsschutzversicherung

Hier verhält es sich so, wie bei der Haftpflichtversicherung. Meist ist man während der Erstausbildung oder dem Studium noch bei seinen Eltern mitversichert. Auch während der Ausbildung und dem Studium ist es durchaus sinnvoll eine Rechtschutzversicherung zu besitzen, da man auch während der Ausbildung und dem Studium schon in Rechtsstreitigkeiten geraten kann.

Unfallversicherung

Eine Unfallversicherung ist ratsam, wenn man während der Ausbildung gefährliche Hobbys betreibt, wie zum Beispiel klettern oder Motorrad fahren. Falls die Eltern eine Unfallversicherung besitzen, ist es bei einigen Versicherern günstiger sich dem Familientarif anzuschließen. Auch in dieser Versicherungssparte gibt es Ausbildungstarife.

Fazit

Im Grundsatz lässt sich sagen, dass es empfehlenswert ist, sich auch während der Ausbildung existenziell ausreichend abzusichern. Jedoch muss man immer bedenken, dass man auch noch etwas zum Leben braucht.

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