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Vergleich: Versicherungsvertreter & Versicherungsmakler

Vergleich: Versicherungsvertreter & Versicherungsmakler

geschrieben von am 13.02.2019 um 10:29 Uhr

Versicherungsmakler- Versicherungsvermittler

Sobald die meisten Menschen das Wort "Versicherungen" hören denken sie:
„Die wollen mir doch alle nur etwas verkaufen!“
Dies ist ein Irr-Glaube, denn es gibt in diesem Berufszweig prägnante Unterschiede, welche wir Ihnen im Folgenenden aufzeigen möchten.

Arbeitsverhältnis

Ein Versicherungsvertreter ist, wie die Bezeichnung schon sagt, der Vertreter einer Versicherungsgesellschaft und seine Aufgabe ist es im Namen dieser, Verträge abzuschließen und die Kunden entsprechend zu beraten und zu betreuen. Jedoch ist er weisungsgebunden und kann daher nur Entscheidungen treffen, welche die Interessen der Gesellschaft vertreten. Auch ein Mehrfachagent arbeitet nach diesem Prinzip, vertritt jedoch mehrere Versicherungsgesellschaften. Es liegt also nur eine eingeschränkte Unabhängigkeit vor.

Das Pendant zum Versicherungsvertreter ist der Versicherungsmakler. Dieser arbeitet nicht für die Versicherungsgesellschaft, sondern für den Kunden, welcher dann als Mandant und nicht mehr als Kunde bezeichnet wird, da er den Makler beauftragt, ähnlich wie ein Anwalt, der seine Mandanten und ihre Interessen vertritt. Ein Versicherungsvermittler ist demnach nicht weisungsgebunden an eine Gesellschaft und kann daher frei entscheiden, welche Versicherungen er dem Mandanten anbietet. So kann er einen neutralen Marktüberblick bieten.

Voraussetzungen zur Berufsausübung

Um Versicherungsvertreter zu werden reicht oft eine Ausbildung o.Ä. so wie es bei Angestellten üblich ist. Dort kann in der Regel auch die Firma entscheiden, wen Sie einstellt und welche Voraussetzungen dieser mitbringen muss.
Um Versicherungsmakler zu werden und zu sein gibt es wesentlich mehr Auflagen, welche sich im Laufe der Jahre entwickelt haben, um die „Schwarzen Schafe“ der Branche raus zu kristallisieren. Dazu gehört z.B.

Die Ausbildung nach §34d GewO
Eintragung in das Vermittlerregister der DIHK
Ein „guter Leumund“ (gute Schufa etc.)
Straffreiheit (positives Polizeiliches Führungszeugnis)
Bestehen einer Vermögenschadenshaftpflicht von mind. 3 Millionen Euro Deckungssumme

Ziele

Das Ziel eines Versicherungsvertreters ist es die Interessen seiner Versicherungsgesellschaft best- möglich zu vertreten. Dies bedeutet möglichst viele Verträge abzuschließen, so dass das Preis- Leistungsverhältnis zu Gunsten der Gesellschaft ausfällt, der Kunde jedoch zufrieden ist, weitere Verträge abschließt und die Gesellschaft bzw. den Vertreter im besten Fall weiterempfiehlt. Auch die Schadenregulierung übernimmt der Vertreter oft für die Gesellschaft, dies kommt immer darauf an, wie die Struktur innerhalb dieser ausgelegt ist. Nicht selten gibt es dafür auch interne Abteilungen. Falls es durch den Vertreter zu einem Vermögensschaden kommt, haftet die Gesellschaft, die er vertritt mit maximal 1,3 Millionen Euro Deckungssumme.

Bei Versicherungsvermittlern ist das Ziel, die Mandanten bedarfsgerecht und nach Ihren wünschen abzusichern, wobei der Vermittler zwischen Gesellschaft und Mandant vermittelt, jedoch zugunsten des Mandanten. Denn zufriedene Mandanten empfehlen den Vermittler evtl. auch weiter. Der Mandant gibt dem Makler in der Regel eine Vollmacht in der festgelegt ist, für welche Versicherungssparten, Verträge etc. der Vermittler für den Mandanten sprechen bzw. entscheiden darf. Darüber hinaus gibt es für alles was der Versicherungsmakler mit ihm bespricht in Bezug auf Abschluss der Verträge ein Beratungsprotokoll, welches von beiden Seiten unterschrieben werden muss, um so beide Seiten abzusichern. Der Makler ist ebenso verpflichtet die Verträge regelmäßig zu prüfen, da sich der Versicherungsmarkt und auch die Lebensumstände immer wieder ändern können und evtl. dadurch ein anderer Bedarf beim Mandanten bestehen kann. Da ein Makler mit mindestens 3 Millionen Euro Deckungssumme als Person im Schadenfall haftet, ist sein größtes Interesse den Mandanten optimal zu beraten.
Auch im Schadenfall steht der Makler für den Mandanten ein und versucht dort die Formalitäten soweit es geht zu regeln, damit der Schaden schnellst möglichst und optimal reguliert wird. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass der Versicherungsmakler dem Mandanten so viel Arbeit wie möglich abnimmt.


Indizien zur Erkennung

Ein Versicherungsvertreter oder auch Mehrfachagent erkennt man meistens an der Außenwerbung, sprich auf der Webseite oder der Werbung am und im Büro, so wie auch an den Dokumenten, welche der Kunde unterschreibt bzw. welche ihm ausgehändigt werden.

Einen Versicherungsmakler erkennt man eindeutig daran, dass er bzw. die Firma, unter welcher er arbeitet im Handelsregister der DIHK steht. Ebenso sind auch die Vollmachten und Beratungsprotokolle neutral gehalten ohne ein Logo einer bestimmten Versicherungsgesellschaft.

„Als Versicherungsmakler vertreten wir keine Gesellschaft, sondern wir vertreten Sie“
Das ist nicht nur ein billiger Spruch, sondern ist seit 2006 im „Gesetz zur Neuregelung des Versicherungsvermittlerrechts“ festgesetzt worden.

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