Blog

Sinnvoll: Stromtarife vergleichen & wechseln !

Sinnvoll: Stromtarife vergleichen & wechseln !

geschrieben von Vivienne Ebeling am 15.04.2019 um 09:14 Uhr

Sinnvoll: Stromtarife vergleichen & wechseln!

Dass die Strompreise in den letzten Jahren immens gestiegen sind ist den meisten Endverbrauchern durchaus bewusst, doch warum dies der Fall ist und diese auch zukünftig steigen werden, wissen die Wenigsten. Daher möchten wir dies im Folgenden einmal näher beleuchten. Auch die wichtigsten Begriffe zum Thema Strom und warum man bei regelmäßigen Stromanbietervergleichen so viel sparen kann möchten wir dabei aufgreifen.

Alles rund um den Grundversorger

Diesen Begriff hat so ziemlich jeder schon einmal gehört und jeder der schon einmal Strom selbst bezogen hat, hatte auch schon Berührung mit diesem. Die Grundversorgung ist in so genannte Gemeindegebiete aufgeteilt, daher gibt es nicht nur einen Grundversorger für ganz Deutschland. Wer das für das jeweilige Gebiet ist wird alle drei Jahre neu bestimmt. Hierfür werden die Anzahl der Verträge bei allen Versorgern in einem Gebiet verglichen und wer die meisten Verträge aufweist wird neuer Grundversorger des Gebietes. Zuständig für die Durchführung und Bekanntgabe ist dafür der Netzbetreiber der Allgemeinen Versorgung. Ein Wechsel des Grundversorgers in einem Gebiet kommt sehr selten vor, da Haushalte welche nicht aktiv einen Wechsel des Versorgers anstoßen, automatisch vom Grundversorger mit Strom beliefert werden. Daher ist der Zuwachs an Verträgen beim Grundversorger meist ein Selbstläufer und es ist schwer für andere Stromanbieter dagegen anzuwachsen, zumal es mittlerweile viel Konkurrenz auf dem Markt gibt. Sollte man nicht wissen, wer sein Grundversorger ist, so kann man dies bei den örtlichen Netzbetreibern herausfinden.
Die Preise und Bedingungen, zu denen der Grundversorger die Haushalte mit Strom beliefert, müssen für alle gleich sein.
Sollte ein Haushalt durch seinen aktuellen Stromlieferanten, welcher nicht der Grundversorger ist, nicht beliefert werden können, zum Beispiel durch Insolvenz oder weil bei einem Stromanbieterwechsel etwas schiefgelaufen ist, so springt automatisch der Grundversorger ein. Eine Unterbrechung der Strombelieferung ist nur berechtigt, wenn es aus wirtschaftlicher Sicht für den Grundversorger nicht zumutbar ist einen Haushalt weiter zu versorgen. Mit anderen Worten, wenn der Haushalt seine Stromrechnungen nicht begleicht. Jedoch muss die Stromsperre verhältnismäßig sein. So darf diese nicht bei einem Zahlungsrückstand unter 100€ verhängt werden. Auch bei Haushalten in denen Kinder oder schwer kranke Menschen leben, gibt es Ausnahmen.
Sollte eine Stromsperrung drohen, so ist der Grundversorger verpflichtet diese vier Wochen vorher schriftlich anzukündigen und noch einmal drei Tage vor der tatsächlichen Umsetzung. So hat der Schuldner noch ausreichend Zeit eine Lösung zu finden (z.B. Ratenzahlung, Übernahme durch Ämter etc.).

Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Die Konzessionsabgaben und die Netznutzungsentgelte machen 75% des Gesamtpreises des Stroms aus. Dies sind zum einen Gebühren, welche die Stromlieferanten zum einen an die Städte und Gemeinden zahlen müssen, um ihre Leitungen über öffentliche Straßen und Grundstücke verlegen zu dürfen und zum anderen die Gebühren an die Netzbetreiber damit sie die Netze dieser nutzen dürfen. Diese Kosten werden von den Stromanbietern auf den Endverbraucher umgelegt (so wie auch die Stromsteuer, Umsatzsteuer usw.).
Lediglich 25% des gesamten Preises machen die tatsächlichen Beschaffungs- und Vertriebskosten aus.

Warum wird der Strom immer teurer?

Wie man immer wieder in den Medien hört, möchte man der Umwelt zur Liebe zukünftig die Stromversorgung durch erneuerbare Energien gewährleisten. Jedoch muss diese Versorgung erst aufgebaut werden und ist kostspielig. Daher wurde im Jahr 2000 die EEG-Umlage ins Leben gerufen. Diese wird über die Konzessionsabgaben eingezogen und wird für den Ausbau der erneuerbaren Energien verwendet. Ziel ist es bis 2020 mehr als ein Drittel der Energieversorgung über erneuerbare Energien zu gewährleisten. Bisher sind es jedoch lediglich 25%. Der endgültige Kohleausstieg soll laut jetzigen Angaben 2038 stattfinden. Um dieses Ziel zu erreichen werden die Strompreise voraussichtlich weiter steigen.

Was ist Ökostrom?

Letztendlich bekommt jeder Haushalt Strom aus der Steckdose. Wer jedoch besonderen Wert auf unsere Umwelt legt und etwas aktiv dazu beitragen möchte, der kann auf so genannte Ökostromtarife umsteigen. Dies bedeutet nicht, dass der Endverbraucher den Strom auch wirklich von einer erneuerbaren Energie erhält, sondern dass er den Ausbau dieser fördert. Denn letztendlich wird jede Energie, die gewonnen wird, ob durch Kohle oder eine erneuerbare Energie, in das gleiche gesamte Netz gespeist. Meist ist Ökostrom etwas teurer, jedoch ist hier vertraglich zugesichert, dass ein Teil des gezahlten Strompreises direkt in unsere Umwelt, sprich in den Ausbau der erneuerbaren Energien fließt (zusätzlich zu der vom Energieversorger geleisteten EEG-Umlage).

Warum den Stromanbieter wechseln?

Wie bereits zuvor erwähnt wird jeder Haushalt so lange vom Grundversorger mit Strom versorgt, bis aktiv ein Wechsel unternommen wird. Da der Grundversorger meist nicht die günstigste Variante ist, sollte man regelmäßig Stromtarife vergleichen und gegebenenfalls wechseln. Doch hierbei sollte man einige Dinge beachten:
Vertragsbindung: Wichtig ist, dass innerhalb der Vertragsbindung auch eine Preisgarantie für die Laufzeit enthalten ist. Dies bedeutet, dass der Preis während dieser Laufzeit nicht erhöht werden darf und falls doch, zumindest ein vorzeitiges Kündigungsrecht besteht. So kann man nicht zwangsweise an einen überteuerten Tarif gebunden werden.
Kündigungsfrist: Bei dem Grundversorger besteht jederzeit die Möglichkeit den Vertrag mit einer Frist von 4 Wochen zu kündigen. Bei anderen Anbietern gibt es oft eine Mindestvertragslaufzeit, welche aber auf Grund eines Umzugs o.ä. vorzeitig beendet werden kann. Auch hier gibt es Kündigungsfristen, welche von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich sein können. Demensprechend ist es wichtig vorher die Vertragsunterlagen zu kontrollieren, um die Kündigung rechtzeitig einzureichen.
Boni: Oft wird von den Stromanbietern mit attraktiven Boni geworben. Diese sind jedoch immer an gewisse Bedingungen gebunden. Daher sollte man beim Vergleichen hauptsächlich immer den Strompreis im Fokus haben, denn hohe Boni gleichen einen hohen Strompreis wieder aus und man hat eventuell im Nachhinein nicht gespart.

Preisgarantie: Mit der Mindestvertragslaufzeit endet erfahrungsgemäß auch die Preisgarantie. Sollte man die Kündigungsfrist verpasst haben, so darf der Stromanbieter nach Ablauf dieses Zeitraums den Preis neu ansetzen. Dieser ist dann meistens mindestens genauso hoch, wie der des Grundversorgers. Daher ist es wichtig vor Ablauf des Vertrages und seiner Kündigungsfrist, neu zu vergleichen und gegebenenfalls den Anbieter zu wechseln.
Da der Stromanbieterwechsel immer attraktiver für den Endverbraucher wird, hat sich auch hier ein Markt mit der Thematik entwickelt.
Zu diesem Markt gehören zum einen Vergleichsportale. Hier kann man ganz bequem und von zu Hause aus die Stromtarife selbst vergleichen und wechseln. Wichtig ist dabei sorgfältig auf die zuvor genannten Kriterien zu achten.
Wer sich das jedoch nicht zutraut, für den gibt es so genannte Energiemakler, welche dies für Ihre Kunden übernehmen. Hier ist der Vorteil, dass man einen persönlichen Ansprechpartner hat, welcher sich um alles weitere kümmert.

zurück zur Übersicht